Anekdoten und Bilder

Hier finden Sie von Lesern eingesandte Bilder und Ankedoten rund um den LANZ Bulldog. Für die Richtigkeit der gemachten Angaben kann aufgrund zumeist mündlicher Überlieferung natürlich keine Gewähr übernommen werden. Wenn auch Sie interessante Fotos und Geschichten beitragen wollen, nutzen Sie bitte das:

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Landbau-Motor Typ LANZ LCM im Fintlandsmoor

LANZ LCM im Fintlandsmoor

Bei der Urbarmachung des Fintlandsmoores/Niedersachsen kam es ab und zu vor, dass der Fahrer zu nah an die Entwässerungsgräben fuhr. Ehe er sich versah, rutschte der schwere Schlepper in den Graben. Der Landbau-Motor LANZ Typ LCM ( war das einzige Fahrzeug weit und breit und so musste sich der Fahrer wohl oder übel mit der Schaufel selbst befreien. Es wurde überliefert, dass der wackere Mann, der einzige war, der den LCM zu bedienen vermochte. Es bedurfte immerhin einiger guter Zigarren vom Gutsverwalter, um ihn nach einem solchen Vorfall wieder gnädig zu stimmen.
Der Zeitpunkt der Aufnahme ist leider nicht bekannt. Der Landbau-Motor LANZ LC wurde mit seinem 4-Takt Benzinmotor um 1920 gebaut.

 

HR9 Eilbulldog im Selfkant

HR9 Eilbulldog aus dem Selfkant

Dieser LANZ HR9 Eilbulldog lief in einem Betrieb in Wehr im Selfkant, nahe der holländischen Grenze. Als der Bulldog keine Verwendung mehr fand, schickte man den Fahrer auf die Reise, um ihn auf den Schrott über die Grenze nach Holland zu fahren. Als der Zoll den Schlepper nicht als Schrott passieren lassen wollte, denn er lief ja noch, nahm der Fahrer einen schweren Vorschlaghammer und schlug auf den Kühler ein.
Bild und Geschichte: Simon G.

 

HL12 in Altenberge

HL12 aus Altenberge

Die Motorisierung auf dem Lande beginnt in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Ankunft dieses HL12 auf dem Hof von Bauer S. (mit dem Schraubenschlüssel in der Hand) in Altenberge bei Münster wird mit einem Fototermin gewürdigt.
Bemerkenswert an diesem HL12 ist der nach unten durch den Rumpf verlegte Auspuff, wie er eigentlich nur bei den Gespannbulldogs zu sehen war. Es sollte sich also hier um einen der ersten Selbstfahrer-HL Bulldogs handeln. Der Auspuff wurde bei den späteren Ausführungen mit dem charakteristischen Doppelkegelauspuff nach oben ausgeliefert. Die dadurch frei gewordene Kammer im Rumpf wurde als Werkzeugkiste genutzt.

 

Der Berliner "Millionenbau"-Bulldog

Dieter Rühe, heute 82 jährig, lernte von 1949 bis 1952 in der Berliner LANZ-Filliale am Nonnendamm den Beruf des Maschinenschlossers. Kurz nach seiner Lehrzeit arbeitete er an der Umrüstung eines D2806 Bulldogs zu einem Verkehrsbulldog. Er fertigte im Auftrag des Fillialleiters Ernst Hoppe die weiter unten gezeigten Fotos dieser Maschine an.

Die unten aufgeführten Auszüge stammen aus Briefen Dieter Rühes an seinen Vater. Dieser war langjährig für LANZ als Außendienstmitarbeiter und später als selbstständiger Landmaschinenhändler mit angeschlossener Reparaturwerkstatt tätig und teilte natürlich das Interesse an neuen Entwicklungen bei LANZ.

29.Oktober 1953:
"Betr. Millionenbau.
Neben den Reparaturen haben wir jetzt auch eine Abteilung "Neubau", von uns scherzhaft als Abteilung "Millionenbau" bezeichnet. Ein D 2806 wird zur Verkehrsmaschine umgebaut.
Die Maschine erhielt in Berlin normale Hinterachsen, Achstrichter, Backenbremsen eine normale breite Plattform, Vorderrad- und Hinterradkotflügel, Auspuff nach unten und wurde ausserdem im Getriebe geändert, so dass sie nun schneller läuft. Vom Karosseriebauer (in Spandau) wurde ihr dann ein allseitig verglastes Führerhaus mit rückwärtiger verschließbarer Tür aufgebaut, mit ausreichend Platz für Mitfahrer.
Die Anregung zu diesem Umbau soll von Mohr stammen, die Konstruktion von Eidam. (Konrad? Mohr, er vertrat die Firma Lanz in Berlin), Paul Eidam, Meister der Berliner Filiale."

14. Februar 1954:
"Betr. Grüne Woche 1954 in Berlin
Die Maschine sieht gut aus und fand viele Bewunderer und Interessenten, wurde aber nicht verkauft. Ihr Preis soll sich auf 14.500 DM belaufen gegenüber rund 9.000 DM in serienmäßiger Ausführung. Der Einbau einer Druckluftanlage würde nochmals ca. 1.000 DM erfordern, die Maschine würde dann 15.500 DM kosten.
Wenn man der Gerüchteküche der Berliner Filiale glauben kann soll Schwenkow dann die Überführung des Bulldogs nach Mannheim angeordnet haben. Angeblich sollte dort geprüft werden, ob die Maschine in dieser Ausführung serienmäßig hergestellt werden kann.
Den Wahrheitsgehalt dieser Aussage konnte ich nicht mehr überprüfen, da mein Arbeitsverhältnis bei der Firma Lanz bald darauf beendigt wurde."

Michael Bach erwähnt in seinem Artikel aus dem Pionier Nr. 50 vom Oktober 1991 “Aus der Geschichte der Berliner Lanz-Zweigniederlassung“ die Spandauer Karosseriefirma Kurt Wollny, die verschiedentlich mit Lanz zusammengearbeitet hat.
Es erscheint sicher, dass das Führerhaus des "Millionenbaus" auch hier entstanden ist.

Sollte es weitere Hinweise zur Entstehung oder zum Verbleib des Berliner "Millionenbau"-Bulldogs geben, senden Sie bitte eine Nachricht über das Kontaktformular.

Quelle: Dieter Rühe

Bilder des "Millionenbau"-Bulldogs:

Berliner Millionenbau 01

Berliner Millionenbau 02

Berliner Millionenbau 03

Berliner Millionenbau 04

Berliner Millionenbau 05

Berliner Millionenbau 06

Berliner Millionenbau 07

 

Zwei Grundschüler restaurieren einen LANZ LK20

Niko Vincen LANZ LK20

Wenn die zwei Freunde aus Stangenrod, Nico Schröder (11 Jahre) und Vincent Spamer (10 Jahre), von ihrem Projekt "Kartoffelroder" berichten, dann leuchten bei beiden Traktor- und Technikfans die Augen. Während gleichaltrige Jungs mit Spielekonsole und Internet beschäftigt sind oder ihre Freizeit auf dem Fußballplatz verbringen, haben Nico und Vincent ein lang gehegtes Projekt in die Tat umgesetzt und einen verrosteten und defekten Kartoffelroder aus den 60er Jahren restauriert und wieder zum Leben erweckt.

Ein ausführlicher Artikel mit weiteren Bildern ist hierzu in der Gießener Zeitung erschienen.